Standart-Schusswaffenanlage der A-6     Geschossflugbahn der Starrbewaffnung     Anschussscheibe der Starrbewaffnung

Bevor die Beschreibung der MG's und MK's beginnt, möchte ich kurz die Schusswaffenanlage erklären.

Die 190 hatte zwei Feuerknöpfe, welche als Knopf A und B bezeichnet wurden.
Bis zur Einführung der Rüstsätze feuerte der Knopf A eingestellt vom Flugzeugführer wahlweise nur die beiden Rumpfwaffen, die Rumpfwaffen und die Flügelwurzelwaffen zusammen oder alle Starrwaffen zusammen ab. (die Änderung der Auswahl war jederzeit während des Fluges möglich) Der Knopf B diente nur zum auslösen der Abwurfwaffen. Nach Einführung der Rüstsätze feuerte man mit dem Knopf A nur noch wahlweise die Rumpfwaffen oder die Rumpfwaffen zusammen mit den Flügelwurzelwaffen ab, während der Knopf B nur die Flügelaußenwaffen oder die Abwurflasten auslöste. Das macht aus durchaus Sinn, da die Flügelwurzelwaffen, selbst wenn sie das gleiche Kaliber hatten wie die Flügelaußenwaffen, deutlich mehr Munition hatten. Außerdem wurde die Flügelaußenwaffe oft variiert, und so war es sogar notwendig. Wenn als Flügelaußenwaffe z.b. verschiedene Rüstsätze verwendet wurden, sollten diese ja auch nur ihrer Verwendung entsprechend eingesetzt werden, was es nötig machte sie separat abfeuern zu können. 
Nun noch die Erläuterung der Munitionsanzeige. Jeder kennt diese 4 Balken im Cockpit, aber sie zeigen nicht wie oft angenommen den Munitionsbestand der MG's und der Kanonen an, sondern nur den der 4 Kanonen. Die beiden inneren Balken die Restmunition der Linken und rechten Flügelwurzelwaffe und die beiden Äußeren der Restmunitionsbestand der äußeren Flügelwaffen. Die beiden MG hatten deutlich mehr Munition als die Kanonen. Die zwei MG 17 der A-6 hatten z.b. jeweils 900 Schuss Munition.

MG 17

Das MG 17 war bis zur A6 Serie die am häufigsten, als synchronisiert durch den Propellerkreis feuernd, eingesetzte Rumpfwaffe der FW 190. Die Waffe wurde von Rheinmetall-Borsig bereits 1934 entwickelt. Der Abzug und die Durchladung wurden entweder mechanisch oder elektrisch-pneumatisch geregelt. Die Munitionszuführung erfolgte über einen Metallgurt. Die Waffe hatte ein Kaliber von 7,9 mm, eine Einbaulänge von 1078 mm und ein Gewicht von 10,2 kg. Die theoretische Schussfolge des MG 17 lag bei 1180 Schuss pro Minute und die Mündungsgeschwindigkeit der Geschosse betrug 905 m/sek.

MG 17 als Rumpfbewaffnung     MG 17 

 

MG 131

Ab der Serie A7 löste das MG 131 das MG 17 als verwendete Rumpfwaffe endgültig ab. Auch dieses MG ist eine Entwicklung von Rheinmetall-Borsig und ist aus dem Jahr 1938. Die Durchladung und der Abzug erfolgte auch hier mechanisch oder elektrisch-pneumatisch. Die Zündung erfolgte elektrisch. Die Waffe hatte ein Kaliber von 13 mm, die Patronen wurden über einen Metallgurt zugeführt und hatten ein Gewicht von 72 g. Das reine Geschossgewicht lag bei 34 g. Als Einbaumaße entfielen auf die reine Waffe 20,5 kg Gewicht bei einer Gesamtlänge von 1168 mm. Die Schussleistungen beliefen sich auf 930 Schuss pro Minute und eine Mündungsgeschwindigkeit von 750 m/sek.

MG 131 in der Flügelwurzel einer FW 190     MG 131 

 

MG FF

Das als Lizenzbau der kurzen Oerlikon-Bekker Kanone produzierte MG FF galt bereits zu Beginn des Krieges als veraltet. Die Waffe wurde 1935 bei der Wehrmacht eingeführt. Der Einsatz bei Focke Wulf erfolgte hauptsächlich als unsynchronisierte Flügelaußenwaffe. Im Laufe der A5 Serie wurde sie in dieser Funktion von anderen Waffen abgelöst. Die Durchladung und der Abzug waren mechanisch oder elektrisch-pneumatisch geregelt. Die für den unsynchronisierten Einbau hergestellten Waffen trugen die Bezeichnung MG FF/M. Eine Patrone dieser Waffe wog 202 g und das Geschoss selbst 134 g. Die Waffe hatte ein Kaliber von 20 mm und ein Gewicht von 26,3 kg bei einer Einbaulänge von 1338 mm. Die Mündungsgeschwindigkeit betrug 700 m/sek bei einer Schussfolge von 540 Schuss pro Minute.

MG FF im Außenflügel einer FW 190 

 

MG 151/20

Das MG 151/20 ist eine Entwicklung von Mauser und wurde 1937 aus dem 1935 im gleichen Hause entwickelten MG 151, Kaliber 15 mm, abgeleitet. Eigentlich unterscheidet es sich von diesem nur durch einen neuen Lauf mit einem Kaliber von 20 mm. Die Zündung, Durchladung und Abzug erfolgte elektrisch oder pneumatisch. Das MG 151/20 war die Standart Flügelwurzelkanone der Focke Wulf Serie und wurde in späteren Serien auch als Flügelaußenwaffe verwendet. Die Waffe wog 42,5 kg bei einer Gesamtlänge von 1710 mm. Eine Patrone des MG 151/20 wog 220 g und das Geschoss selbst 115 g. Die Geschosse hatten eine Mündungsgeschwindigkeit von 790 m/sek. Die Schussfolge schwankte zwischen 780-800 Schuss pro Minute bei der unsynchronisierten Version und 550-750 Schuss pro Minute bei der synchronisierten Version.

MG 151/20 

 

MK 103

Die MK 103 wurde 1941 von Rheinmetall-Borsig entwickelt. Sie zeichnete sich durch eine sehr hohe Mündungsgeschwindigkeit aus, aber den Nachteil eines hohen Eigengewichts und großer Abmaße. Bei einem Kaliber von 30 mm wog eine Patrone 980 g und das Geschoss an sich 530 g. Die Waffe wurde elektrisch-pneumatisch bedient und die Patronenzuführung erfolgte durch einen Gurt. Die Länge der Waffe betrug 2318 mm und sie wog insgesamt 146 kg. Die Schussfolge war mit 440 Schuss pro Minute relativ gering, dafür war die Mündungsgeschwindigkeit ganz gut, sie lag bei 806 m/sek.

MK 103      MK 103 Gondel als Rüstsatz 

 

MK 108

Die 1942 bei Rheinmetall-Borsig entwickelte MK 108 wurde schnell zur Standart 30 mm Kanone für den Einbau in Flugzeugen bis Kriegsende. Die Nachteile der großen Abmaße sowie des hohen Gewichtes der MK 103 konnten bei der MK 108 deutlich verringert werden. Die Waffe hatte eine Gesamtlänge von 1057 mm und ein Gewicht von nur 58 kg. Die Zündung erfolgte elektrisch und die Bedienung war elektrisch-pneumatisch geregelt. Eine Patrone dieser Waffe vom Kaliber 30 mm wog 480 g und das Geschoss an sich 330 g. Die Mündungsgeschwindigkeit sank auf 520 m/sek. Die Schussfolge betrug anfangs 660 Schuss pro Minute und wurde später auf 850 Schuss pro Minute erhöht.

MK 108