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Die
Entwicklungsgeschichte des Jumo 213 ist im Verhältnis zu den beiden anderen
Motoren relativ kurz, da er nur über einen Zeitraum von 3 Jahren gebaut wurde.
Auch umfasste die Produktion nicht so viele verschiedene Versionen, so dass es
alles ein wenig überschaubarer ist.
Der aus dem Jumo 211 entstandene Motor gehört zu den Spitzenprodukten der 12
Zylinder Bauart der deutschen Flugmotorenentwicklung. Bei einem Gesamthubraum
von 35 l brachte es der Motor auf eine Literleistung von 60 PS/l. Nach Meinung
des Ingenieurs Dr. Lichte war der Jumo 213 die "Reinschrift des 211, auf
höchste thermische und mechanische Belastungsharmonie abgestimmt.".
Vom Jumo 213 wurden von Mitte 1942 an bis Kriegsende über 9000 Motoren gebaut.
Viele Flugzeugprojekte der letzten Kriegsjahre waren auf diesen Motor
ausgerichtet. Die Produktion größerer Stückzahlen begann aber erst 1944, so
dass viele Prototypen auf andere Motoren ausweichen mussten. Die Serienfreigabe
vom RLM (Reichsluftfahrtministerium) erfolgte bereits nach einer sehr kurzen
Entwicklungszeit und Testphase. Die ersten Versuchsmotoren hatten gerade mal
fünf 100 Stunden Vollgasläufe absolviert.
Der 213 besaß einen automatischen Zweiganglader, die Versionen E und F sogar
einen Zweistufen-Dreiganglader. Die Volldruckhöhen der Lader lagen bei 6000 m
für den Zweiganglader und 9600 m für den Dreiganglader. Bei dem Zweiganglader
erfolgte die automatische Umschaltung zwischen 2700 und 3000 m, für den
Sparflug war eine Zurückschaltung von Hand möglich.
Der Motor hatte 35 l Hubraum bei einer Bohrung von 150 mm und einem Hub von 165
mm. Es war ein flüssiggekühlter 12-Zylinder V-Motor in hängender Bauart, die
Kühlung erfolgte mit einem Wasser-Glykol Gemisch. Die zulässige
Betriebstemperatur der Kühlstoffanlage lag bei 120° C. Der Jumo 213 wurde mit
einem von Junkers entwickelten Einhebelbediengerät gesteuert.
Die Motoren konnten mit den Sonderstoffanlagen MW-50 (Wasser-Methanol
Einspritzung) und GM-1 ( Einspritzung des Sauerstoffträgers Stickoxyduhl)
versehen werden. Die MW-50 Anlage brachte eine Ladedruckerhöhung von 0,28 bar,
die Einspritzzeit war dabei auf 10 min begrenzt. Danach musste die Einspritzung
für 5 min unterbrochen werden. Der 115 l Vorratsbehälter in der FW 190 D
reichte bei der MW-50 Anlage für 40 min Einspritzdauer. Neben der guten
Höhenleistung zeichneten sich die Jumo 213 Motoren vor allem durch einen sehr
niedrigen spezifischen Kraftstoffverbrauch aus. Dieser lag bei Reiseflug
zwischen 258(190) bis 274(202) g/kWh(g/PSh) je nach Baureihe.
Der Jumo 213 A-1 hatte eine normale Startleistung von 1285 kW (1750 PS), durch
einen Rüstsatz konnte eine Notleistung von 1395 kW (1900 PS) bis in eine
Flughöhe von 5000 m erreicht werden. Eine weitere Leistungssteigerung durch die
MW-50 Anlage brachte den Motor auf 1540 kW (2100 PS). Die GM-1 Anlage war nur
für Leistungssteigerungen oberhalb der Volldruckhöhe bestimmt. Der Jumo 213
wurde nur als komplette Triebwerksanlage geliefert, wobei man zwischen dem
Jägertriebwerk und dem Triebwerk für Zweimotorige Flugzeuge unterschied. Der
213 A-1 wog im Lieferumfang 1350 kg mit Luftschraube (VS 111).
Die Triebwerksanlage umfasste außer dem Motor noch das Triebwerksgerüst, den
Kühlstoffkühler mit Panzerung, die Kühlstoff-Temperaturregelung mit
verstellbaren Spreizklappen, Abgasrückstossdüsen, Warmluftzuleitung für
Waffen und Kabinenheizung und die Geber für Temperatur und Druckanzeiger.
Der nächste Jumo war der 213 B für C3 Kraftstoff mit 95 Oktan. Dadurch konnte
die Startleistung auf 1470 kW (2000 PS) erhöht werden. Dieser Motor erreichte
nur die Erprobungsphase aber nie die Serienfertigung.
In der Versionen C und E wurden die Geräteantriebe und Ölzuführung für den
Verstellpropeller so geändert, das ein Motortunnel für den Einbau von, durch
die Propellernabe feuernden, Waffen freiblieb. Der 213 C Unterschied sich nur in
dieser Waffeneinbaumöglichkeit von der A Version.
Als nächster Schritt der Entwicklung folgte der 213 E-0 und E-B für C3
Kraftstoff und mit einem 2-Stufen 3-Gang Lader. Die Startleistung betrug 1375 kW
(1870 PS) beziehungsweise 1470 kW (2000 PS) bei dem E-B. Wegen der
Schwierigkeiten der Versorgung mit C3 Kraftstoff in den letzten beiden
Kriegsjahren, wurden diese 2 Motoren in der Serienfertigung bald schon durch den
E-1 abgelöst.
Der 213 E-1 war wieder ein Motor für 87 OZ Kraftstoff und leistete 1285 kW
(1750 PS). Die Volldruckhöhe lag bei dem mit einem 2-Stufen 3-Gang Lader
ausgestatteten Motor bei 9800 m. Der Motor war mit einem Ladeluftkühler
versehen der eine Rückkühlung von 30% erreichte. Durch eine MW-50 Anlage
konnte eine Leistungssteigerung um 220 kW (300 PS) erreicht werden. Für eine
Leistungssteigerung oberhalb der Volldruckhöhe kam eine GM-1 Anlage zum
Einsatz. Der erzielte Leistungszuwachs lag da etwa bei 295 kW (400 PS). Die
MW-50 Anlage hatte einen Verbrauch von 150 l/h, die GM-1 Anlage war gestuft und
konnte mit einem Verbrauch von 60, 100 oder 150 g/s betrieben werden. Der Jumo
213 E-1 kam noch in verschiedenen Versionen der Ta 152 zum Einsatz.
Nicht mehr zur Serienfertigung kam der Jumo 213 F mit Leistungssteigerung über
der Volldruckhöhe und MW-50 Anlage. Die Sondernotleistung des 213 F lag
bei 1505 kW (2050 PS).
In Entwicklung war am Kriegsende noch der Jumo 213 J mit 4 Ventilen pro Zylinder
und einer Sondernotleistung von 1645 kW (2240 PS). Sowie der Jumo 213 T mit
Abgasturbolader.
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