Im Gegensatz zu den Flugzeugen der anderen Serien wurden die Exemplare der F und G Serie nur teilweise neu gebaut. Ein großer Teil dieser Flugzeuge entstand durch den Umbau von Flugzeugen der A-Serie. Wenn die Flugzeuge im Fronteinsatz durch Exemplare einer neueren Serie ausgetauscht wurden, schickte man die alten Exemplare in das Werk zurück, wo sie dann zu Schlachtflugzeugen der F-Serie oder Jagdbombern der G-Serie umgerüstet wurden.

 

Anfang 1942 untersucht man die Möglichkeit das Schlacht- und Sturzkampfflugzeug Ju 87 durch ein leistungsfähigeres Muster zu ersetzen. Da in der Industrie keine Kapazitäten zur Entwicklung eines neuen Flugzeuges verfügbar waren, entschied man sich die robuste und vielseitige FW 190 für diese Aufgabe einzusetzen.
Die Änderungen an den Flugzeugen der A-Serie beliefen sich im allgemeinen auf folgende Um- und Ausbaumaßnamen.
Die Bewaffnung wurde auf die Rumpf- und Flügelwurzelwaffen reduziert. Es wurde die Panzerung für Pilot, Triebwerk und die Tanks verstärkt. Insgesamt wog die Panzerung nun 360 kg. Des weiteren wurde das Fahrwerk und die Flügel im Bereich des Fahrwerks verstärkt. Ein markantes Merkmal der F-Serie sind auch die Luftansaugstutzen, welche nach außerhalb der Motorverkleidung verlegt wurden. Unter dem Rumpf waren die meisten F-Versionen mit dem ETC 501 versehen. Zusätzlich verfügten die Flugzeuge der F-Serie über 2 ETC 50 unter jedem Flügel. Diese wurden ab Januar 1945 durch das bessere ETC 71 ersetzt. Die Mitnahme von 1000 kg Bomben war erst ab Ende 1942 möglich, da für diese schwere Außenlast erst eine verstärkte Version des ETC 501 gebaut werden musste. 
Um die Wirksamkeit bei der Panzerbekämpfung mit 30 mm Kanonen zu erhöhen, wurden spezielle Wolfram Geschosse entwickelt. Da diese aber sehr teuer waren und Wolfram nur in geringen Mengen zur Verfügung stand, wurden diese Geschosse nur selten eingesetzt. Mit den normalen 30 mm Hartkerngeschossen war das Ausschalten stärker geschützter Panzer nur bei Treffern an lebenswichtigen und schwachgepanzerten Stellen möglich.

Von der F-1 wurden nur etwa 30 Exemplare gefertigt. Sie entstanden aus der A-4/U3.

FW 190 F-2 des SKG 10 in Italien     FW 190 F-2 des SKG 10 in Italien     FW 190 F-2

Die FW 190 F-2 basierte auf der A-5/U3. Von den 271 hergestellten Exemplaren wurde eine größere Anzahl mit Tropenausrüstung versehen und in Italien und Tunesien eingesetzt.

FW 190 F-2 Leistungsdaten

Motor BMW 801 D-2 Reichweite                        km 665 (Sparleistung)
Leistung               kW(PS) 1272(1730) Dienstgipfelhöhe       m 8500
Startmasse*                       kg 4700 Höchstgeschwindigkeit    km/h 585 (mit 500 kg Bombe)
Spannweite                        m 10,50 Reisegeschwindigkeit       km/h 530 (mit 500 kg Bombe)
Flügelfläche                       m2 18,30 Steiggeschwindigkeit        m/s 11,00
Zuladung                           kg 1597 Baujahr 1943

 

FW 190 F-3     FW 190 F-3/R1

Auf die 190 F-3 Serie belaufen sich etwa 241, bei Arado ab Mai 1943 hergestellte, Exemplare. Diese Serie basiert auf der A-5/U17. Die Rüstsätze R1 und R3 wurden für die F-Typen ab dieser Serie eingeführt.

Die nächsten folgenden Varianten der F-Reihe, die F-4,F-5 und F-6 waren als Ausrüstungs- und Bewaffnungsvarianten der bisher vorhandenen F-Typen geplant aber nie verwirklicht. Das hat sicher zum Großteil daran gelegen, dass der für diese Flugzeuge geplante BMW 801 F Motor nicht verfügbar gewesen ist.

Eine Baureihe F-7 ist wohl nie geplant gewesen.

FW 190 F-8     FW 180 F-8 des SG-2 in Ungarn     FW 190 F-8/R1

Die Fortsetzung der F-Serie geschah erst wieder mit der F-8. Für diese Serie wurde die Zelle der FW 190 A-8 verwendet. Dadurch bestand die Bewaffnung im Gegensatz zu den vorherigen Serie aus 2 MG 131 und 2 MG 151/20. Des weiteren erhielten die Flugzeuge der F-8 Serie eine verbesserte Abwurfelektronik und eine nochmals verstärkte Panzerung.
Der Start der Serie erfolgte im Februar 1944 bei Arado und Dornier. Es wurden etwa 385 Exemplare gebaut. Es gab für diese Serie eine Vielzahl von Rüstsätzen, die R1-3, R5, R15 und R16. Es wurden des weiteren 5 Untervarianten der F-8 produziert.
- U1   mit ETC 503 unter den Flügeln
- U2   mit der Abwurfanlage TSA IIa ausgerüstete F-8/R15 und R16
- U3   F-8/R15 mit Unterflügelträgern für Abwurftanks
- U4   nur Projekt, entfeinerte R13
- U5   F-8/R16 mit Unterflügelträgern für Abwurftanks

Die F-9 wurde mit dem stärkeren BMW 801 TS oder TU ausgerüstet. Der Fertigungsbeginn war im März 1944. Von der Version für den Bombentorpedoeinsatz F-9/R16 sollen im April 1945 bei der BT-Gruppe bereits 43 Maschinen verfügbar gewesen sein. Diese wurden auf Grund der Kriegsanlage jedoch meist als konventionelle Schlachtflugzeuge eingesetzt.

Die Version F-10 wurde bereits nicht mehr produziert. Sie sollte auf der Zelle der A-10 basieren was die Abmaße und Elektronik betraf und die Panzerung der F-8 bzw. F-9 besitzen. Sie war wahlweise mit 6 MG 151/20 oder 2 MG 15/20 und 2 MK 103 geplant. Alle Waffen sollten in den Tragflächen montiert sein.

Von der Version F-15 wurden nur noch wenige Vorserienexemplare hergestellt. Das Fahrwerk wurde nochmals verstärkt und mit vergrößerten Rädern versehen. Als Motor kam wieder BMW 801 TU oder TS zum Einsatz.

Als letzte Version war die F-16 geplant. Sie war eigentlich eine F-15 mit vereinfachter Funkausstattung. Es wurde das FuG 15 statt dem FuG 16 verwendet. Die F-16 war außerdem mit 2 zusätzlichen Kraftstoffbehältern von 110 l Fassungsvermögen in den Flügeln ausgerüstet. Der Serienstart war ab April 1945 geplant. Kriegsbedingt kam es nicht mehr dazu. Dennoch waren bereits Mitte 1944 mehrere Vorserienmaschinen zum Test von Bewaffnungsvarianten und neuen Bordwaffen (z.B. der neuen MK 213) fertiggestellt worden.

 

Die Baureihe G wurde als Jagdbomber konzipiert. Im Regelfall erhielten sie eine auf die 2 MG 151/20 in der Flügelwurzel reduzierte Bewaffnung. Sie waren mit 3 ETC's ausgerüstet, eines unter dem Rumpf und 2 unter den Flügeln. An den Unterflügel ETC's  konnten entweder Abwurftanks, Bomben bis 250 kg oder ein Bombentorpedo bis zum BT 400 befördert werden. An dem ETC unter dem Rumpf konnte ein Abwurftank oder Abwurflasten bis 1800 kg transportiert werden. Die Reichweite mit 2 Abwurftanks unter den Flügeln lag bei Flug mit Sparleistung bei etwas über 1500 km.

Von der G-1, welche den Rüststand der A-4/U8 darstellt, wurden etwa 50 Exemplare gebaut. Sie waren mit den aerodynamischen Unterflügel ETC's versehen. Die Exemplare wurden später zur G-4 umgerüstet.

FW 190 G-1 Leistungsdaten

Motor BMW 801 D-2 Reichweite                        km 1545 (2x300 l Tank)
Leistung               kW(PS) 1272(1730) Dienstgipfelhöhe       m 8000
Startmasse*                       kg 5000 Höchstgeschwindigkeit    km/h 560 (mit 500 kg Bombe)
Spannweite                        m 10,50 Reisegeschwindigkeit       km/h 510 (mit 500 kg Bombe)
Flügelfläche                       m2 18,30 Steiggeschwindigkeit        m/s 9,00
Zuladung                           kg 1887 Baujahr 1943

 

Die G-2 basiert auf der A-5/U8 und entspricht deren Ausrüstungsstand. Laut Werksangaben wurden rund 600 Exemplare hergestellt. Die meisten Maschinen wurden beim SG 4 und SKG 10 eingesetzt. Die einzige Sondervariante der G-2 ist die G-2/N (G-2/Nacht). Sie war ein Nachtjäger mit Flammenvernichter, Blendleisten und Landescheinwerfer. Auch diese kamen beim Schnellkampfgeschwader 10 zum Einsatz.

FW 190 G-3     Fw 190 G-3 Schema     FW 190 G-3

Als nächstes wurde die G-3 produziert. Sie wurde als Schnellkampfflugzeug konzipiert und von der A-5/U13 abgeleitet. Als Unterflügel ETC wurden die Träger von Messerschmitt verwendet, welche einen geringeren Geschwindigkeitsverlust verursachten. Außerdem hatte sie die Tragflächen der A-6 Serie. Die Flugzeuge waren mit einer PKS 11/12 Kurssteuerung (ohne PKZ 14) ausgerüstet und kamen auf ein Abfluggewicht von 4795 kg. 20 Exemplare der G-3 wurden mit einer G-1 Anlage versehen, bei der der Tank hinter dem Führersitz lag. Die G-3 war in der Lage eine einzelne Bombe von 1800 kg Gewicht zu befördern. Hierzu war eine Startstrecke von 1200 m erforderlich. Solch große Bomben wurden gelegentlich gegen Brücken und Bunkeranlagen eingesetzt.
Als Unterversion für den Schlachtfliegereinsatz kam Anfang 1944 die G-3/R5 in den Fronteinsatz. Sie war mit der Starrbewaffnung der F-8/R1 versehen.
Des weiteren kam beim KG 51 und bei der Nachtschlagtruppe 20 auch eine G-3/N als blindflugtauglicher Nachtjagdbomber mit einem Abfluggewicht von 5040 kg zum Einsatz.

Die G-4, welche ab Dezember 1943 in Serie ging, ist eigentlich eine Modifikation der G-1 mit Kuto-Nase, PKS 11 und Fug 16ZY.

Nie in Serie ging die G-5. Sie sollte ab März 1945 bei AGO und ab April bei Fieseler in Serie gehen. Es war geplant den BMW 801 F einzusetzen. Mehrere Vorserienmuster waren bereits seit März 1944 in Rechlin zu Erprobung.

Die G-6 sollte eine G-5 mit verbesserter Abwurfanlage und überarbeiteten Tragflächen werden. Doch sie wurde nie gebaut.

Auch die bereits projektierte G-7 wurde nie hergestellt.

FW 190 G-8

Bei der G-8 handelt es sich um die wichtigste Baureihe der G-Serie. Etwa 800 Exemplare wurden davon produziert. Als Ausgangsmuster der 1944 beginnenden Serie dienten die G-3 und die F-8. Die G-8 war mit dem zusätzlichen 115 l Tank für MW-50 oder GM-1 Betriebsstoff im Rumpf versehen, wie er auch bei der A-Serie Verwendung fand. Die Abwurfanlage der G-8 bestand aus einem ETC 501 unter dem Rumpf und 2 ETC 503 unter den Flügeln. Als Funkgeräte verblieben das FuG 16ZY und das FuG 25a. Einige G-8 behielten zu den 2 MG 151/20 in der Flügelwurzel noch zusätzlich die beiden MG 131 im Rumpf.
146 Exemplare der G-8 wurden zur G-8/R5 umgerüstet, mit einem ETC 501 und 4 ETC 71.

Die Serienfertigung der G-10, welche auf der A-10 basieren sollte, wurde in Hinblick auf die FW 190 D und die Ta 152 gestrichen. Die Baupläne für die G-10 lagen bereits Ende 1943 vor.

FW 190 Jabo-Rei rechnerische Flugstrecken in 300 m Höhe

Flugzeugmuster

Außenlasten
Rumpf                Flügel

Kraftstoffmenge
(Liter)

Geschwindigkeit
(km/h)

Flugstrecke
(km)

FW 190 G-1

SC 500                2x300 l

1125 465 1040
415 1500
395 1565
FW 190 G-2

SC 500                2x300 l

1125 480 1075
430 1545
410 1615
FW 190 G-3

SC 500                2x300 l

1125 465 1040
415 1500
395 1565

SC 250             2xSC 250

525 470 445
420 635
400 665
FW 190 G-8

SC 500                2x300 l

1240 475 1180
425 1695
405 1770

SC 250             2xSC 250

640 480 570
430 820
410 850