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Die FW 190 B war der
erste Versuch, einen Höhenjäger auf Basis der 190 A Serie zu entwickeln.
Das Konzept wurde als der "Höhenjäger 1" bezeichnet.
Als Motor wurde der BMW 801 D mit einer zusätzlichen GM-1 Anlage verwendet.
Eigentlich war vorgesehen, die Flugzeuge der B Serie mit dem Höhenmotor BMW 801
TJ, mit Abgasturbolader, auszurüsten, doch die Herstellung der Motoren
verzögerte sich immer weiter. So war die GM-1 Anlage nur ein Notbehelf und
schaffte es nie die Erwartungen zu erfüllen. Mit Hilfe der Anlage konnte der
Motor die Nennleistung bis in eine Höhe von 8000m halten. Doch die Anlage
konnte nur Zeitbefristet benutzt werden (der 85 l Behälter reichte für 17 min
Betrieb) und war noch zu schwer. Außerdem reagierten die Motoren auf diese
Überstrapazierung mit einer stark erhöhten Störanfälligkeit. Als Grundbewaffnung waren 2 MG 17 im Rumpf und 2 MG 151/20 in den
Flügelwurzeln vorgesehen. Diese Bewaffnung konnte bei Bedarf noch um 2 MG FF in
den Außenflügeln erweitert werden. Von der 190 B waren nur die B-0, B-1 und
B-2 geplant. Realisiert wurden die B-0 in form von 4 Exemplaren, Werksnummern
0046-0049, und die B-1 in einem einzigen Exemplar, Werksnummer 0811.
Als Versuchsmaschinen der B Serie wurden die V13-17 verwendet. Für die B Serie
wurden noch die weiteren Versuchsmuster V46-50 vorgesehen, aber nicht
realisiert. Nur ein Exemplar davon schaffte es noch bis zur Triebwerkserprobung
mit dem BMW 801 D-2 Motor und GM-1 Anlage.
Die B Prototypen entstanden Anfang 1942 aus Umbauten von FW 190 A-0 Flugzeugen. An der B-0
wurden die Druckkabine und verschiedene Tragflügelformen ausprobiert auch mit
einer auf 20,3 Quadratmeter vergrößerten Fläche. Während der Erprobung
traten Probleme mit der Druckbelüftung auf und auch mit den Dichtungen der
Druckkabine. Das einzige hergestellte Exemplar
der B-1 Serie war bereits mit einer vollständigen Bewaffnung von 2 MG 17, 2 MG
151/20 und 2 MG FF ausgerüstet und einem Funkgerätesatz bestehend aus dem
FuG 16 Z und dem FuG 25 a. Sonst entsprach sie ganz der B-0 Serie. Die
geplante B-2 sollte identisch der B-1 Serie sein, nur dass sie ohne die
Druckkabine gebaut werden sollte. Da sie aber gleich wieder verworfen wurde,
wurden die bereits hergestellten Zellen für die Produktion der A-5 verwendet. Die fertigen Exemplare der B Serie wurden später noch als Versuchsträger für
andere leistungsgesteigerte Versionen der FW 190 und der Ta 152 verwendet.
FW 190 B-0
Leistungsdaten
| Motor |
BMW 801 D-2 |
Reichweite
km |
600 |
| Leistung
kW(PS) |
1272(1730) |
Dienstgipfelhöhe m |
11500 |
| Startmasse* max.
kg |
3700 |
Höchstgeschwindigkeit
km/h |
690 (in 6900 m) |
| Spannweite
m |
12,30 |
Flügelfläche
m2 |
20,30 |
| Flächenbelastung
kg/m2 |
189,65 |
Steiggeschwindigkeit
m/s |
16,0 |

Als "Höhenjäger 2" wurde die FW
190 C bezeichnet. Sie war die erste Version der FW 190, welche mit
einem Reihenmotor ausgestattet war. Mitte 1942 begann man mit den Versuchen zur
C-Serie. Die Höhenleistung wollte man bei Ihr mit
Hilfe eines DB 603 A Triebwerks mit zusätzlicher TK 11 Abgasturbine erreichen.
Durch den Abgasturbolader konnte die Höhenleistung der DB 603 Motor nochmals um
2000 m gesteigert werden. Doch die TK 11 Turbine brachte mehr Schwierigkeiten
als Nutzen. Die Flugzeuge erflogen in großer Höhe kaum mehr Leistung, als die
Testflugzeuge der 190 C ohne TK 11, da die Abgasturbine das Fluggewicht stark
erhöhte und nicht mit voller Leistung lief. Außerdem viel sie oft aus, da die
Bauteile den Belastungen nicht standhielten. Mit Einbau der Daimler Benz Motors konnte die Bewaffnung um eine MG 151/20
Motorkanone erweitert werden. Die geplante Gesamtbewaffnung bestand somit aus 2
MG 131 im Rumpf, 3 MG 151/20 (2 davon in der Flügelwurzel und eine als
Motorkanone) sowie 2 MG FF im Außenflügel. Bei der C Serie wurde auch der bisher
standardmäßige Dreiblattpropeller durch einen Vierblattpropeller ersetzt. Zum
Schwerpunktausgleich wurde der Flugzeugrumpf auf eine Gesamtlänge von 9,5 m
verlängert.
Projektiert wurden von der FW 190 C die Varianten C-0, C-1 und C-2. Die neuen
Flügel mit vergrößerter Fläche (20,3 Quadratmeter) wurden auch an der C
Serie erprobt und eingesetzt. Die C Serie umfasste deutlich mehr Prototypen als
die B Serie und die meisten dieser Prototypen wurden später in Ta 152 umgebaut.
Die ersten Versuchsträger V17-19 teilte sie sich noch mit der B Serie, doch
schon bald kamen die V18 und V29-33 hinzu. In der Nullserie der 190 C wurden der
DB 603 A-0, A-1, A-2, S und S-1 getestet. Die Maschinen der C-0 waren im
allgemeinen mit DB 603 Aa, A-1 oder S-1 ausgerüstet. Bei den als
Serienausführung geplanten Versionen C-1 und C-2 war die C-1 ohne und die C-2
mit Druckkabine ausgestattet.
Wie die bei der B, wurde auch die Maschinen der C Serie nach der Beendigung der
Versuche für andere Versionen weiterverwendet, und in diesem Sinne vor allem
für die Erprobung der Ta 152. Von verschiedenen Versuchsmustern konnte man den
Entwicklungsweg noch sehr gut verfolgen und er soll hier noch erwähnt werden.
Die V18 wurde später in eine Ta 152 mit Holzleitwerk umgebaut und am 06.04.1945
in Hannover-Langenhagen abgestellt. Die V29 und V30 wurden zur Ta 152 H-10
umgebaut und blieben im Flugbetrieb. Die V30 ging dann aber im August '44 zu
Bruch, während die V29 noch bis März '45 flog. Die V32 wurde nach ihrer 190 C
Erprobung zum Musterflugzeug der Ta 153 ( der "schnelle Lösung
Jäger") und danach zur Ta 152 H-0 umgebaut und mit der V18 zusammen in
Langenhagen abgestellt. Und zu guter letzt noch die V33, sie wurde 1944 zum Ta
152 H-1 umgerüstet und ging noch im selben Jahr zu Bruch.
FW 190 C-0
Leistungsdaten
| Motor |
DB 603 Aa |
Reichweite
km |
430 |
| Leistung
kW(PS) |
1227(1670) |
Dienstgipfelhöhe
m |
13000 |
| Startmasse* max.
kg |
4107 |
Höchstgeschwindigkeit
km/h |
685 (in 11800 m) |
| Spannweite
m |
12,30 |
Flügelfläche
m2 |
20,30 |
| Flächenbelastung
kg/m2 |
202,31 |
Steiggeschwindigkeit
m/s |
10,0 |

Jetzt die extrem kurze Laufbahn der FW
190 E. Mit der E Serie plante man eine eigenständige
Entwicklungsreihe für Jagdaufklärer auf Basis der 190. Mit reduzierter
Bewaffnung und einer Reihenbildanlage im Rumpf sollte sie auch bei
Feindpräsenz, durch ihre hohe Geschwindigkeit, Aufklärungsflüge möglich
machen. Sie sollte mit dem BMW
801 D-2 ausgestattet werden, wurde aber noch vor dem Anlauf eine eigenen Serie
wieder gestrichen. Sie wurde durch die A-3/U4, A-4/U4 und A-5/U4 ersetzt.
Deshalb sah man keine Notwendigkeit mehr darin sie eigenständig zu produzieren.

Auch als eigenständige Serie geplant, aber nie
als solche gebaut, wurde die FW 190 S. Die S ist
die Bezeichnung für die Schulflugzeuge der 190 A Reihe. Die Flugzeuge der S
Reihe entstanden aus Umbauten von Flugzeugen aus der laufenden Produktion zu
zweisitzigen Schulmaschinen. Die vergeben Nummer kennzeichnete in den meisten
Fällen, aus welcher Serie
das Flugzeug für den Umbau entnommen wurde. So wurde die S-5 aus der A-5 umgebaut und die S-8 aus der A-8. Bei den Schulflugzeugen wurde zur
Gewichtseinsparung die Bewaffnung reduziert. Einige Schulflugzeuge besaßen nur
noch die beiden MG's im Rumpf, andere noch zusätzlich die beiden
Flügelwurzelwaffen als Bewaffnung. Auch konnte die zurückschiebbare Haube der
Focke Wulf nicht mehr verwendet werden und musste durch eine seitlich aufklappbare
ersetzt werden.
* Die Startmasse bezieht sich auf die maximal
mögliche Zuladung. Das bedeutet vollgetankt und mit maximaler Bewaffnung.
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