DB 603 LM          Schema des DB 603          DB 603 L

Der DB 603 als ein Spross aus der DB 600 Reihe wurde bereits 1936 dem RLM angeboten. Als Leistung hatte Daimler Benz 1030 bis 1100 kW angegeben. (1400-1500 PS) Das Reichsluftfahrtministerium erteilte daraufhin keinen Auftrag, sondern nur ein Einverständnis zur Entwicklung des Motors. Der 603 hatte alle wesentlichen Merkmale der 600 Reihe übernommen, er war also ein 60°  12-Zylinder Motor in hängender Bauform mit 4 Ventilen pro Zylinder und einer hohlen Propellernabe zum Einbau von Motorkanonen. Die Entwicklung des DB 603 wurde 1937 vom RLM gestoppt, die angefallenen Kosten abgerechnet und das Versuchsaggregat von Daimler Benz gekauft. Bis 1939 lief die Entwicklung des Motors dann auf Firmenkosten weiter und das RLM erhielt 1939 einen Abschlussbericht über die erreichten Entwicklungsergebnisse.
* 1939 sollte ein Daimler Benz Weltrekordwagen mit dem DB 603 ausgerüstet werden. Der Motor hatte bis dahin schon eine Leistung von 2050 kW(2800 PS) auf dem Prüfstand erreicht und man hielt eine Leistungssteigerung auf 2570 kW (3500 PS) für möglich. *

Anfang 1940 änderte sich die Situation sehr rasch und es erfolgte eine Auftragsbestätigung über die ersten 120 DB 603. 
der DB 603 basiert grundlegend auf dem DB 601, jedoch wurde der Hubraum von 33,9 l auf 44,5 l erhöht. Die Großserienfertigung begann 1941, da aber nicht sofort die gewünschte Stückzahl bereit gestellt werden konnte, mussten viele Prototypen auf andere Motoren ausweichen. Weiter Hauptunterschiede zum DB 601 waren, je eine Zündkerze auf der Innen- und Außenseite der Zylinder, eine Druckwasserkühlung, ein verbesserter Lader mit einer Volldruckhöhe von 5700 m und eine Koppelung des Motorleistungs- und Luftschraubenreglers. Interessanter Weise hatten die beiden Zylinderreihen eine unterschiedliche Verdichtung. Sie betrug in der Grundversion des Motors 7,3 in der linken und 7,5 in der rechten Zylinderreihe. Dies war durch die einseitige Anordnung des Laders bedingt und die damit unterschiedlich langen Ladeluftleitungen. Dies wurde durch die unterschiedlichen Verdichtungen ausgeglichen. Die Druckwasserkühlung, welche mit einem Wasser-Glykol Gemisch im Verhältnis 50:50 betrieben wurde war für eine zulässige Temperatur von 125° C ausgelegt. Die Regeltemperatur lag bei 115 ° C am Boden und 112° C in 12000 m Höhe. Die Kühler waren so bemessen, dass bei Steig- und Kampfleistung eine Geschwindigkeit von 300 km/h ausreichte um eine Kühlung sicherzustellen. Da links- und rechtsläufige Motoren gefordert wurden, kam ein neues Planetenradraduntersetzungsgetriebe zum Einbau, (Bauart Stöckicht) mit dem diese Forderung einfacher zu realisieren war. Die Baumuster A, B und C waren linksläufig und die Baumuster D, E und F rechtsläufig.
Insgesamt gab es 36 verschiedene Versionen des DB 603, von denen sich viele nur durch die verwendete Kraftstoffart oder geringfügige Einzelheiten für einen speziellen Einbaufall  unterschieden. Denn da auch beim DB 603 ständig Leistungsverbesserungen gefordert waren, entstanden schnell Versionen für C3 Kraftstoff mit 100 Oktan und mit verbesserten Ladern, die einstufig Volldruckhöhen bis 7400 m erreichten, oder Versionen mit MW-50 Anlage. 
Die letzten Versionen des DB 603 hatten einen Zweistufenlader mit Ladeluftkühlung, Dralldrossel und Abgasturbolader und erreichten so Volldruckhöhen bis 13000 m.

Die Startleistung der DB 603 Motoren lag bei den Baureihen A bis F zunächst bei 1285 kW (1750 PS). Diese wurde dann nach und nach 1470 kW (2000 PS) gesteigert und konnte mit MW-50 Anlagen nochmals auf 1650 kW (2250 PS) erhöht werden. Gegen Ende der Entwicklung gab es auch Versionen mit 2020 kW (2750 PS), dieser DB 603 N , sowie der Abgasturboladermotor DB 603 U, gingen jedoch nicht mehr in die Serienfertigung.
Was die Focke Wulf Seite betrifft wurde der Daimler Benz Motor hauptsächlich in der Ta 152 und den Versuchsmustern für diese verwendet. Aber auch die geplante FW 190 C hatte einen DB 603 Motor. Davon abgesehen wurden der Motor aber noch serienmäßig in der Me 410, He 219, Do 335 und in der He 177 sogar als Doppelmotor DB 613 verwendet.
Der DB 603 wurde zusammen mit dem Jumo 213 als Einheits- und Schnellwechseltriebwerk produziert. Es wurden insgesamt 8758 DB 603 der verschiedensten Versionen hergestellt.