Die Anbringung von Abwurfwaffen an der FW 190 erfolgte wie bei anderen Flugzeugtypen auch mit ETC’s. (ETC=elektrischer Träger für zylindrische Außenlasten)
Zur Sicherheit wurden diese ETC’s  absprengbar installiert, die Absprengung erfolgte elektrisch. Bei den Mustern der FW 190, welche mit mehreren Abwurfwaffen ausgestattet werden konnten, verschiedene Varianten der 190 F und G, gab es die Möglichkeit zum Einzel- oder Reihenwurf durch Reihenabwurfautomaten.
  
Es gab verschieden Versionen von ETC’s je nach Anwendung. Die Standartversion für die FW 190 war das ETC 501. Nur die ersten Varianten waren mit den ETC 500 ausgestattet welches im Gegensatz zum 501 nicht mit einem 300 l Abwurftank versehen werden konnte.
 Das ETC 501 konnte mit Einzelbomben über 250 kg oder mit mehreren Bomben von 1 bis 70 kg  mit Hilfe von Einhängerosten oder Abwurfbehältern Bzw. mit einem 300 l Abwurftank ausgerüstet werden. Das seltener verwendete ETC 502 war für die Mitführung von Luft- oder Bombentorpedos modifiziert. Und letztlich war da noch das ETC 503 welches fast nur bei den G-8 eingesetzt wurde und den Geschwindigkeitsverlust, im Vergleich zum ETC 501, durch eine kompaktere Bauform reduzierte.  
Unter den Flügeln wurden die Focke Wulf’s mit verschieden Varianten von ETC ausgestattet. Da waren das ETC 50 und später das ETC 71 zur Mitführung einzelner kleinerer Bomben bis 70 kg. Diese ETC’s wurden meist zweit unter den Flügeln montiert. Als 2. Möglichkeit gab es die Variante mit nur einem ETC 501 unter jedem Flügel. Diese wurden später wegen der hohen Leistungsverluste durch aerodynamische ETC’S ersetzt, wie das JFM-ETC.

ETC 71 unter den Flügeln einer FW 190 F-8     Standart Flügel ETC     JFM-ETC an einem FW 190 Flügel

 

Die JaboRei Version der FW 190 wurde zur Reichweitenerhöhung generell mit 2  300 l Tanks unter den Flügeln und einer Bombe unter dem Mittelrumpf ETC ausgerüstet. Mit 2 Tanks und einer SC 500 unter dem Mittelrumpf betrug die Reichweite der 190 G zwischen 1040 km, bei einer mittleren Geschwindigkeit von 465 km/h, und 1565 km, bei einer mittleren Geschwindigkeit von 395 km/h.
Die 190 hatte somit insgesamt 1125 l Kraftstoff, spätere Versionen mit erhöhter innerer Kapazität sogar 1240 l zum Flug mit.
 Mit einer Außenlast von 3  SC 250 ohne Zusatzbehälter verkürzte sich die Reichweite auf 445-665 km je nach Geschwindigkeit. (bei späteren Versionen 570-850 km)

Eine FW 190 G-3 als JaboRei

 

Bei den Jabo Einsätzen wurden hauptsächlich Sprengbomben (SC) und Splitterbomben (SD) der verschiedensten Größen eingesetzt. Des weiteren wurden Abwurfbehälter (AB) , Bombentorpedos (BT) oder Lufttorpedos (LT) eingesetzt. 
Die maximale Größe der Bomben für den Einsatz in der FW 190 lag bei 1000 kg. Bomben dieser Größe konnten nur unter sehr günstigen Bedingungen ( sehr gute Startbahn ) und verkürztem Leitwerk der Bombe eingesetzt werden. Der Einsatz solch großer einzelner Bomben war sehr selten, häufiger wurden Kombinationen mehrerer kleinerer Bomben benutzt. Wie z.B. eine 500 kg Bombe unter dem Rumpf und 2 250 kg Bomben unter den Tragflächen oder 8 50 kg oder 70 kg Bomben, davon 4 unter dem Mittelrumpf und jeweils 2 unter den Tragflächen. Oder auch ein BT 400 unter dem Rumpf und 2 BT 200 unter den Flügeln. Es gab auch verschiedene Kombinationen mit Abwurftanks so z.B. ein Tank unter dem Mittelrumpf und die Bomben unter den Tragflächen oder die Bombe unterm Mittelrumpf und die Tanks unter den Flächen.
 
Kleine Bomben von 50 oder 70 kg Gewicht konnten unter Zuhilfenahme von Einhängerosten (ER4) zu je 4 Stck. pro ETC 501 mitgeführt werden. Noch kleinere Bomben wie die SD 1,2,4 oder 9 (1,2,4 oder 9 kg) wurden in den obengenannten Abwurfbehältern mitgeführt. Diese Abwurfbehälter öffneten sich nach dem ausklinken und verstreuten die Bomben über eine große Fläche. In dem AB 250 befanden sich z.B. 224 SD 1 Schüttbomben. Sie wurden oft zur Bekämpfung flächenmäßig verstreuter Truppenteile eingesetzt, wie zur Bekämpfung von Infanteriegruppen oder durchgebrochenen Panzerverbänden.

Abwurfbehäter AB 250     Einhängerost ER4 für 4 Kleinbomben     SC 1000     FW 190 A-5 mit SC 1000      Kennzeichnung von Bomben     Schema verschiedener Bombentypen

 

Der zur Schiffsbekämpfung eingesetzte Lufttorpedo fand bei der FW 190 nur selten Verwendung, da die Reichweite der 190 für diesen Zweck zu beschränkt war. Zur Schiffsbekämpfung wurden bekanntlich andere Flugzeugtypen bevorzugt eingesetzt aber die Möglichkeit bestand halt auch bei der FW 190. Es sollte der bei Blohm & Voss hergestellte, 950 kg schwere Lufttorpedo, LT 950 Verwendung finden. Es stellte sich aber bei Tests heraus, dass der Torpedo beim Abwurf öfter beschädigt wurde und dann nicht mehr voll funktionstüchtig war. Deshalb musste auf die üblichen Lufttorpedos zurückgegriffen werden. Der am häufigsten verwendete war der LT F 5b. Er hatte eine Länge von 5360 mm und wog zwischen765 und 800 kg je nach Version. Die Versionen der 190 für den Torpedoeinsatz waren im allgemeinen die U14 für die üblichen Torpedos und die U15 für den LT 950.

Lufttorpedo an einer A-5/U15     FW 190 A-5/U14 mit verlängertem Spornrad

 

Eine weitere sehr selten eingesetzte aber interessante Waffe war der Bombentorpedo. Er war sozusagen ein Torpedo ohne eigenen Antrieb. Der Körper des BT bestand aus Gusseisen und das Heck aus Stahlblechen. Der Abwurf der Torpedos erfolgt im Tiefflug mit hoher Geschwindigkeit und der Torpedo legte den Rest des Weges mit der ihm mitgegebenen kinetischen Energie zurück. Auf Grund der hohen Eintrittsgeschwindigkeit hatte der Torpedo zudem eine fast geradlinige Bahn im Wasser, ohne großartig von der Strömung beeinflusst zu werden. Es war auch vorgesehen den BT zum Angriff auf Bunkeranlagen zu verwenden, da sich herausstellte, dass er auch auf dem Land eine beträchtliche Strecke zurücklegen konnte. Der Vorteil des BT gegenüber den normalen Torpedos lag auf der Hand. Da kein Antrieb vorhanden war konnte ein größerer Teil des Einsatzgewichtes in Form des Gefechtskopfes mitgeführt werden. Beim BT 200 lag das Gewicht des mitgeführten Sprengstoffs bei 105 kg. Es gab diese Waffe in verschiedenen Gewichtsklassen vom BT 200 über den BT 400 bis hin zum BT 1850. An der FW 190 wurden die Exemplare bis zum BT 1400 praktisch erprobt.

Bombentorpedo BT 400

 

Die letzte seltene Abwurfwaffe auf die ich noch kurz eingehen möchte war die Rollbombe SB 800 RS „Kurt“. Diese Bombe wurde bei einer Geschwindigkeit von 550 km/h in nur 20m Höhe abgeworfen und rollte sowohl auf Land als auch auf Wasser über 4000m weit und hatte auf diese Entfernung eine Seitenabdrift von nur 50m. Leider sank die Geschwindigkeit der Bombe am Ende dieser Strecke auf 45 m/s ( entspricht etwa 163 km/h) ab. Nach Zerstörung des Hauptwerkes zur Herstellung der SB 800 RS wurde die Produktion Ende 1944 eingestellt. Die Raketengetriebene Version namens „Kurt 2“ konnte sich nicht durchsetzen.

 
Leistungsverluste der FW 190 mit verschiedenen Außenlasten

Abwurflasten am

Verlust an

ETC 501 (Rumpf)

JFM-ETC (Flügel)

Horizontalgeschwindigkeit
in km/h
am Boden      in Volldruckhöhe

Steiggeschwindigkeit
in m/s
am Boden      in Volldruckhöhe

Dienstgipfelhöhe
in m

--- 2x300 l Zusatzbeh. 30 35 1,0 0,95 450
SC 250 2x300 l Zusatzbeh. 50 62 4,4 4,0 1750
300 l Zusatzbeh. 2xSC 250 52 64 4,4 4,0 1750
SC 250 2xSC 250 54 66 4,4 4,1 1800
SC 500 2x300 l Zusatzbeh. 61 77 5,4 5,0 2250
SC 500 2xSC 250 66 82 5,5 5,1 2300
BT 400 2xBT 200 25 32 4,0 3,5 1550
300 l Zusatzbeh. 2xBT 400 38 50 4,9 4,4 2000
BT 400 2x300 l Zusatzbeh. 43 56 4,6 4,1 1850
ER4+4xSC 50 2x300 l Zusatzbeh. 57 71 4,7 4,4 1950
ER4+4xSC 50 2xSC 250 61 74 4,6 4,1 1850